Ärztenetze in Hessen

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Hessenmed und die ärztegenossenschaft Nord fordern MVZ-Gründung von Praxisnetzen im TSVG ein

Donnerstag, Januar 24, 2019
Fulda

Wie zuvor die ärztegenossenschaft Nord e.G. widerspricht auch der Verband hessischer Ärztenetze, Hessenmed e.V., der Auffassung der KBV Praxisnetzen im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) die Möglichkeit zur MVZ-Gründung zu verwehren.

Dr. Svante Gehring, 1. Sprecher der äg Nord, betrachtet die Begründung, Praxisnetze vor unternehmerischen Interessen schützen zu wollen, als fadenscheinig. "Niedergelassene Ärzte müssen ihre Praxen und Praxisnetze wie Unternehmen führen", so Gehring, " um in einem liberalisierten Gesundheitsmarkt wettbewerbsfähig zu sein!“ Gehring macht kein Hehl daraus, dass er sich viele Jahre gegen diese Liberalisierung gestemmt hatte. "Mit den Jahren musste ich einsehen", so Gehring weiter, "dass die Politik die Zeit nicht zurückdrehen und Shareholder-Value- Interessen aus dem deutschen Gesundheitswesen verbannen wird."

Seit Jahren setzen sich die äg Nord und Hessenmed als Gemeinschaften von angestellten und niedergelassenen Ärzten für gleich lange Spieße im Gesundheitswesen ein, um eine freiberuflich geprägte, wohnortnahe Versorgung zu erhalten. Sie fordern deshalb, dass dem laufenden Ausverkauf von Praxen und MVZ an Klinikketten und Kapitalinteressen Einhalt geboten werden muss und, wie im TSVG vorgesehen und vom Bundesrat konkretisiert, nun endlich auch Gemeinschaften von niedergelassenen Ärzten in die Lage versetzt werden sollten, MVZ zu gründen. Dass gerade die eigene Körperschaft dies zu verhindern versucht, stößt auch bundesweit bei vielen Praxisnetzen auf großes Unverständnis.